Sonntag, 20. Juni 2021, 17 Uhr
Isabelle Grässle - Die Verwandlung der Welt vor unseren Augen

Die Verwandlung der Welt vor unseren Augen - zuschauen - abwenden - "dem Rad in die Speichen fallen..."?

Die feministische Theologin aus der Westschweiz ist landesweit bekannt geworden als unterlegene Kandidatin für das Präsidium der Evangelischen Kirche Schweiz im letzten Herbst. Diese Kandidatur gehört zu ihrem Verständnis von Theologie: Präsent sein in einer Gesellschaft, die sich vor unseren Augen dramatisch wandelt. Einstehen für die Werte der Gerechtigkeit, der Mitmenschlichkeit, der lebenswerten Schöpfung. Schaffen und Offenhalten von Diskussionsräumen, in denen Minderheiten und Mehrheiten einander zuhören, einander ernst nehmen und das Gemeinsame im Trennenden finden. Die feministische Sichtweise sensibilisiert dabei dafür, dass jede Theologie und jede Weltanschauung an den eigenen Standpunkt gebunden ist. Zurzeit arbeitet sie in einer waadtländischen Kirchgemeinde, vorher hat sie lange Jahre das Reformationsmuseum neben der Genfer Kathedrale geleitet und weiter aufgebaut («Musée de la Réforme»). Als geborene Elsässerin spricht sie Deutsch.